Verisheh Moradi droht die Todesstrafe
Verisheh Moradi gehört der kurdischen Minderheit im Iran an und ist Mitglied der Gemeinschaft der freien Frauen Ostkurdistans (KJAR). Das Teheraner Revolutionsgericht verurteilte sie Anfang November 2024 in einem grob unfairen Verfahren zum Tode. Aufgrund mutmaßlicher Verbindungen zu kurdischen Oppositionsgruppen wurde sie der "bewaffneten Rebellion gegen den Staat" (baghi) für schuldig befunden. Im Dezember 2025 hob der Oberste Gerichtshof das Urteil wegen Verfahrensfehlern auf und ordnete eine Neuverhandlung an. Ihr droht aber auch in diesem Verfahren die Todesstrafe.
Nach ihrer Festnahme im August 2023 war Verisheh Moradi fast vier Monate lang dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen. Ihren Angaben zufolge wurde sie bei der Festnahme gefoltert und anderweitig misshandelt. Danach wurde sie in einer Haftanstalt des Geheimdienstministeriums 13 Tage lang in Einzelhaft gehalten und war geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Später verlegte man sie in das Teheraner Evin-Gefängnis, hielt sie mehr als vier Monate lang in Einzelhaft und verhörte sie ohne Rechtsbeistand. Sie berichtete außerdem, dass sie durch Folter zu dem "Geständnis" gezwungen wurde, mit Waffengewalt für kurdische Gruppen gegen die Islamische Republik Iran gekämpft zu haben.
Bitte schreiben Sie bis 30. November 2026 höflich formulierte Briefe an die Oberste Justizautorität und bitten Sie ihn, dafür zu sorgen, dass Verisheh Moradi freigesprochen wird. Sie muss umgehend aus der Haft entlassen werden. Fordern Sie zudem, dass sie bis zu ihrer Freilassung angemessen medizinisch versorgt wird und regelmäßig Besuch von ihrer Familie und ihrem Rechtsbeistand erhalten darf. Dringen Sie darauf, dass sie vor weiterer Folter und Misshandlung geschützt wird und ihre Foltervorwürfe unabhängig und unparteiisch untersucht werden. Bitten Sie abschließend um die Verhängung eines offiziellen Hinrichtungsmoratoriums.
